Was sind Erbkrankheiten und was steckt dahinter?
Wir wissen, dass äussere Merkmale (Erbinformationen) in der DNA, in unseren Zellen gespeichert sind. Die Psycho-Epigenetik hat jetzt herausgefunden, dass unter anderem Traumata oder Schocks Einfluss auf die Gene haben, und somit vererbt werden können. Im Umkehrschluss könnte das doch heissen, wenn Trauma oder Schock verarbeitet und aufgelöst werden, die Geninformation sich verändern? Das macht sich die Methode des Familienstellens zu eigen, wenn sie die Ursachen für chronische Krankheiten oder Erbkrankheiten auf den Grund geht.
Eine andere Betrachtungsweise
Früher war ich auch fest davon überzeugt, dass Erbkrankheiten nur physischen Ursprungs sind und dem Zufall unterliegen. Es ist ein Schicksal, dem man sich beugen muss. Da kann man nichts machen, sagte die Medizin. Über die Jahre sah ich die Welt weniger durch die Wissenschaftsbrille und fing an über den Tellerrand hinauszuschauen. Mir ging es anfänglich auch nicht anders, wie vielen anderen Menschen. „Das glaube ich nicht, das kann ich mir nicht vorstellen, das hätte doch die Wissenschaft schon längst herausgefunden“.
Indigene, für manche von uns sind das Wilde ungebildete Zivilisationen, wissen dass Taten/ Erfahrungen/Trauma einen Einfluss bis zur 7. Generation haben können. In der Bibel wird darauf verwiesen, dass die Taten der Väter bis in die 3 bis 4 Generation wirken. Die Psycho-Epigenetik fand vor ein paar Jahren heraus, dass starke Emotionen, die durch Leiden hervorgerufen werden können, das Verhalten und die Gesundheit der nachfolgenden Generationen beeinflussen. Jetzt bestätigt die Wissenschaft also die Aussage indigener Kulturen. Wir übernehmen nicht nur körperliche Eigenschaften unserer Vorfahren, sondern auch deren Dramen, deren Ängste, Sorgen etc. Das kann zu Krankheiten führen.
Kurz gefasst
- Die Medizin vermutet die Informationen für generationsübergreifende Erkrankungen in den Zellen
- Die Psycho-Epigenetik beschreibt, dass Trauma oder Schock Einfluss auf die Gene haben kann
- Das Familienstellen macht die Verbindungen zu den Vorfahren sicht- und spürbar
- Alternative Ansätze können „vor dem Prädikat“ sie sind austherapiert, angewendet werden
The missing link oder das fehlende Verbindungsstück
Das Familienstellen bzw. die systemische Aufstellungsarbeit macht diese Verbindungen sicht- und spürbar. Diese Methode geht davon aus, dass wir uns innerhalb von Beziehungssystemen bewegen, die über Generationen reichen. Auch, dass wir in der Gegenwart die Vergangenheit beeinflussen können. Bei dieser Methode gibt es keinen Zeitraum. Ein paar Beispiele, trägt jemand von unseren Vorfahren eine Schuld oder fühlt sich schuldig, so übernimmt das jemand in den darauffolgenden Generationen. Litten Vorfahren an Hunger, kann jemand in der nachfolgenden Generation das starke Verlangen nach Essen haben, und ein starkes Übergewicht entwickeln. Die Traumata unserer Vorfahren stecken in uns. Die klassische Psychologie betrachtet nicht transgenerational, für sie gibt es nur das jetzige Leben. Wenn wir unseren Horizont nicht erweitern, nicht bereit sind neue Wege zu gehen, bleiben wir stecken.
Wie löst man die Ursache, statt Symptome zu bekämpfen?
Statt eine Krankheit zu bekämpfen, so wie wir es gewohnt sind, richtet die Aufstellungsarbeit den Blick auf mögliche Ursachen im Familiensystem und bringt Ordnung hinein. Es wird häufig ein martialisches Szenario aufgebaut. Der Kampf gegen Krebs, der Kampf gegen Viren, der Kampf gegen den Tod. Mal ehrlich, welcher Einfallspinsel glaubt bitte, dass man Naturgesetzte aushebeln kann? Warum sollten wir uns bitte gegen die Schöpfung stellen? Jegliches Eingreifen hat zu resistenten Erregern geführt, zu Insekten, die resistent sind gegen Pestizide. Indigene Völker sagen, dass Krankheiten durch ein Ungleichgewicht in uns und um uns entstehen.
Alternativmedizin bekämpft im Idealfall nicht etwas, sondern wirkt regulierend. Die Aufstellungsarbeit bringt Ordnung in ein System und damit braucht es die eine oder andere Krankheit nicht mehr. Man muss nicht daran glauben, wenn man eine Aufstellung für die eigene Gesundheit macht, man sollte es aber nicht ablehnen. Selbstverständlich darf man auch weiterhin medizinische Hilfe in Anspruch nehmen. Man sollte sich nur im Klaren sein, dass man den Fokus auf die Ursache legt und nicht auf das Symptom. Die Ursache kann irgendwo ganz anders liegen, für uns im Dunkeln. Wir suchen aber den verlorenen Gegenstand im Schein der Strassenlaterne, nicht dort, wo wir ihn verloren haben. Warum nicht etwas Neues ausprobieren und im besten Fall den Teufelskreis der vererbten Krankheiten durchbrechen?


